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Die Geschichte der Handtasche Von den Anfängen im 18. Jahrhundert bis heute
Nicht ohne meine Handtasche - jede Frau besitzt mindestens eine der treuen Begleiterinnen, gerne aber mehr, und wahre Taschen-Liebhaberinnen können meist eine umfangreiche Sammlung aufweisen. Denn bei der riesigen Auswahl an Formen, Farben, Materialien und Größen fällt es schwer, sich auf ein Handtaschen-Modell zu beschränken. Und egal, ob beim Shopping, im Büro oder im Nachtleben – eine Handtasche muss immer dabei sein.
Aber wie haben die Damen das eigentlich früher gemacht, vor Erfindung der heute so unverzichtbaren Gefährtin?
Die Handtasche wurde zu Beginn des 18. Jahrhunderts entwickelt. Vorher verstauten die Damen Geld und kleine Kosmetikartikel in kleinen, in die weiten Röcke eingenähten Taschen. Alternativ gab es Beutel, die innen am Taillenband festgenäht wurden.
Richtige Taschen zum transportieren von Gegenständen waren den Männern vorbehalten – als Ausdruck ihrer Freiheit und Unabhängigkeit. Die Idee der Handtasche für die Frau entstand, als die Kleider enger wurden und die eingenähte Variante, die sich an der engen Kleidung abzeichnete, für modebewusste Damen nicht mehr in Frage kam. Aus dieser Notwendigkeit heraus entstanden die ersten Handtaschen, die noch sehr klein waren und lediglich zur Aufbewahrung von Geld und Schminkutensilien dienten. Zu einem modischen Objekt wurde die Handtasche erst gegen Ende des 19. Jahrhunderts erhoben, als französische Designer sie als trendiges Accessoire entdeckten. Nun kam zur Funktionalität der Handtasche der modische Aspekt dazu und die Designer begannen, mit Formen, Farben und Materialien zu experimentieren und unterschiedliche Modelle zu kreieren. Im Laufe der Zeit entwickelte sich die Handtasche parallel zur Emanzipationsgeschichte und dem entsprechenden Lebensgefühl der Frau.
So gewann die Handtasche besonders während der 20er Jahre an Bedeutung. Ihre Entwicklung machte in dieser Zeit parallel zu der Emanzipation der Frau einen großen Sprung. Während des Ersten Weltkriegs hatte die Emanzipation aufgrund der Verantwortung der Frauen an der Heimatfront einen enormen Aufschwung erfahren, der sich auch nach Ende des Krieges fortsetze. Immer mehr Frauen waren nun berufstätig und benötigten daher Handtaschen, die die daraus entstandenen neuen Bedürfnisse berücksichtigten. Zum Beispiel kam durch die zunehmende Unabhängigkeit vermehrt der Wunsch auf, das eigene, selbst verdiente Geld mit sich zu führen. Auch wollten die Damen am Arbeitsplatz stets gepflegt aussehen und Puderdose, Pinsel und Lippenstift auch dort dabei haben. Der in dieser Zeit so angesagte Bubikopf erforderte das Mitführen eines weiteren, unerlässlichen Utensils – nun musste auch ein Kamm in der Handtasche Platz finden.
Ein weiterer, interessanter Punkt in der Geschichte der Handtasche ist in den 70er Jahren zu finden: Die Entwicklung der Herren-Handtasche. In einer Zeit, in der eng geschnittene Hosen und figurbetonte Oberteile die Männermode dominierten, waren ausgebeulte Hosen- oder Hemdtaschen nicht mehr angesagt. Stattdessen durfte die meist lederne, vergrößerte Brieftasche mit der typischen Halteschlaufe an keinem Männerhandgelenk fehlen. In den rockigen 80er Jahren wurde der Männerhandtasche allerdings aufgrund ihrer Ähnlichkeit zur Frauenhandtasche ein homosexuelles Image auferlegt, weshalb viele Männer sie in ihre Kleiderschränke verbannten. Und dort ist sie bis heute geblieben - trotz wiederholter Versuche von Seiten der Designer konnte die Männerhandtasche bis heute kein Comeback feiern.
Die Handtasche hingegen hat ihren Triumphzug fortgesetzt. Was aus einer Notwendigkeit heraus entstand und als praktischer Gebrauchsgegenstand begann, ist heute das beliebteste Modeaccessoire überhaupt.
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